Legionellen im Trinkwasser: Ursachen, Risiken und wann eine Untersuchung sinnvoll ist

Legionellen im Trinkwasser sind ein Thema, das besonders bei Warmwasseranlagen, größeren Gebäuden und bestimmten Trinkwasserinstallationen eine wichtige Rolle spielt. Die Bakterien können in Wasserinstallationen vorkommen und sich unter günstigen Bedingungen vermehren.

Besonders relevant wird das Thema, wenn warmes Wasser über längere Zeit in einem ungünstigen Temperaturbereich verbleibt, Leitungen stagnieren oder technische Probleme in der Trinkwasserinstallation bestehen.

Eine Besonderheit bei Legionellen: Das gesundheitliche Risiko entsteht vor allem dann, wenn legionellenhaltiges Wasser als feiner Wassernebel eingeatmet wird – beispielsweise beim Duschen. Das Trinken von legionellenhaltigem Wasser gilt dagegen nicht als typischer Übertragungsweg.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Legionellen sind, wo sie entstehen können, welche Risiken bestehen, wann ein Legionellentest sinnvoll ist und wie eine professionelle Untersuchung abläuft.

Was sind Legionellen?

Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in der Umwelt vorkommen können. Sie können auch in Wasser vorkommen, ohne dass dies automatisch bedeutet, dass eine gesundheitlich relevante Belastung vorliegt.

Problematisch kann es werden, wenn sich Legionellen innerhalb einer Trinkwasserinstallation stark vermehren.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Legionellen insbesondere in Warmwassersystemen bei ungünstigen Bedingungen wachsen können. Temperaturen unter 55 °C im Warmwassersystem können das Wachstum begünstigen.

Deshalb spielen bei der Legionellenprävention unter anderem folgende Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Wassertemperatur

  • Stagnation

  • Zustand der Trinkwasserinstallation

  • Größe und Aufbau der Warmwasseranlage

  • Rohrleitungen und Zirkulation

  • Nutzungshäufigkeit

  • technische Ausführung der Anlage

Warum können Legionellen im Trinkwasser entstehen?

Legionellen können sich besonders dann vermehren, wenn mehrere ungünstige Bedingungen zusammentreffen.

1. Zu niedrige Warmwassertemperaturen

Temperaturen im Warmwassersystem spielen eine zentrale Rolle.

Das Umweltbundesamt beschreibt, dass Temperaturen unter 55 °C in Warmwassersystemen das Wachstum von Legionellen begünstigen können. Für bestimmte größere Trinkwassererwärmungsanlagen gelten höhere technische Temperaturanforderungen.

Bei Anlagen, die unter die entsprechenden Anforderungen fallen, sieht die Trinkwasserverordnung unter anderem eine Temperatur von mindestens 60 °C am Austritt des Trinkwassererwärmers und mindestens 55 °C im Zirkulationssystem als relevante technische Vorgaben vor.

2. Stagnierendes Wasser

Wasser, das über längere Zeit in Leitungen steht, kann hygienisch problematisch werden.

Das kann beispielsweise vorkommen bei:

  • selten genutzten Duschen

  • Gästezimmern

  • leerstehenden Wohnungen

  • wenig genutzten Gebäudeteilen

  • stillgelegten oder nicht korrekt abgetrennten Leitungsabschnitten

Das Umweltbundesamt nennt stagnierende Leitungsabschnitte als einen Faktor, der das Wachstum von Legionellen begünstigen kann.

3. Ungünstige Rohrführung oder technische Mängel

Auch die technische Ausführung einer Trinkwasserinstallation kann eine Rolle spielen.

Beispielsweise können ungünstige Leitungsführungen, schlecht ausgeführte Zirkulationssysteme oder überlange Leitungsabschnitte die hygienischen Bedingungen beeinflussen.

Deshalb sollte bei einem auffälligen Legionellenbefund nicht nur das Wasser untersucht werden. Es kann auch notwendig sein, die Trinkwasserinstallation technisch überprüfen zu lassen.

Sind Legionellen im Trinkwasser gefährlich?

Legionellen können gesundheitliche Erkrankungen verursachen.

Das Risiko hängt unter anderem davon ab, wie viele Legionellen vorhanden sind und auf welchem Weg eine Person mit dem belasteten Wasser in Kontakt kommt.

Besonders relevant ist die Inhalation von feinen Wassertröpfchen beziehungsweise Aerosolen.

Das kann beispielsweise beim Duschen passieren.

Das Umweltbundesamt beschreibt zwei wichtige Krankheitsbilder im Zusammenhang mit Legionellen:

  • die Legionärskrankheit

  • das Pontiac-Fieber

Die Legionärskrankheit kann eine schwere Lungenentzündung verursachen.

Kann man sich durch das Trinken von Legionellen infizieren?

Das typische Infektionsrisiko besteht nicht durch das Trinken von Wasser, sondern durch das Einatmen von legionellenhaltigem Wassernebel.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Besonders relevant sind daher Anwendungen, bei denen Wasser fein zerstäubt wird, beispielsweise:

  • Duschen

  • bestimmte Wellnessanlagen

  • Whirlpools

  • andere Einrichtungen mit Wasservernebelung

Das Umweltbundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass die Gefährdung insbesondere durch das Einatmen eines fein zerstäubten Wassernebels entsteht.

Wie gelangen Legionellen in die Atemwege?

Der wichtigste Übertragungsweg ist das Einatmen von Aerosolen.

Beim Duschen können sehr feine Wassertröpfchen entstehen, die in die Atemwege gelangen können.

Deshalb wird das Thema Legionellen häufig mit Warmwasseranlagen und Duschen verbunden.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch spielt dagegen keine wesentliche Rolle.

Wer hat ein höheres Risiko für schwere Erkrankungen?

Nicht jede Person hat das gleiche Risiko, wenn sie Legionellen ausgesetzt ist.

Besonders gefährdet können unter anderem sein:

  • ältere Menschen

  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen

  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem

  • Personen mit bestimmten chronischen Lungenerkrankungen

  • starke Raucher

Das individuelle Erkrankungsrisiko hängt von verschiedenen gesundheitlichen Faktoren ab.

Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören und sich Sorgen über eine mögliche Legionellenexposition machen, sollten Sie medizinischen Rat einholen.

Wo vermehren sich Legionellen besonders gut?

Legionellen können grundsätzlich in verschiedenen Wasserumgebungen vorkommen.

In Trinkwasserinstallationen sind insbesondere Warmwassersysteme relevant.

Ungünstige Bedingungen können beispielsweise entstehen durch:

  • Temperaturen im kritischen Bereich

  • lange Standzeiten

  • schlecht durchströmte Leitungen

  • ungünstige Zirkulation

  • technische Mängel

  • schlecht isolierte Leitungen

  • überdimensionierte Rohrleitungen

Das Umweltbundesamt nennt insbesondere den Temperaturbereich zwischen etwa 25 und 55 °C als kritisch für eine starke Vermehrung.

Legionellen im Warmwasser: Warum ist die Temperatur wichtig?

Die Temperatur ist eine der wichtigsten Bedingungen für die Vermehrung von Legionellen.

Das Umweltbundesamt erklärt, dass Warmwasseranlagen so betrieben werden müssen, dass die hygienischen Anforderungen eingehalten werden. Für bestimmte größere Anlagen gilt dabei insbesondere:

  • mindestens 60 °C am Trinkwassererwärmer

  • mindestens 55 °C im Warmwassersystem

Wichtig ist jedoch: Diese Anforderungen gelten nicht pauschal identisch für jede kleine private Warmwasseranlage.

Die konkrete Situation hängt von der Art der Trinkwasserinstallation und ihrer Nutzung ab.

Warum sollte man Legionellen testen lassen?

Eine Trinkwasserinstallation kann äußerlich völlig unauffällig sein und trotzdem erhöhte Legionellenwerte aufweisen.

Man kann Legionellen weder zuverlässig sehen noch riechen oder schmecken.

Deshalb kann eine Laboruntersuchung notwendig sein, wenn:

  • eine Untersuchung gesetzlich vorgeschrieben ist

  • ein Verdacht auf eine hygienische Auffälligkeit besteht

  • die Warmwasseranlage technische Probleme aufweist

  • ungewöhnliche Temperaturbedingungen vorliegen

  • die Anlage längere Zeit wenig genutzt wurde

  • nach Umbauarbeiten eine Kontrolle sinnvoll erscheint

  • ein vorheriger Legionellenbefund auffällig war

  • die Trinkwasserinstallation umfassend überprüft werden soll

Wann ist ein Legionellentest gesetzlich vorgeschrieben?

Hier ist eine genaue Unterscheidung wichtig.

Nach § 31 der aktuellen Trinkwasserverordnung bestehen Untersuchungspflichten auf Legionella spec. für bestimmte Gebäudewasserversorgungsanlagen, wenn das Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgegeben wird und bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Dazu gehören unter anderem:

  • ein Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentraler Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit mehr als 400 Litern Inhalt oder

  • mehr als 3 Liter Inhalt in mindestens einer Trinkwasserleitung zwischen Trinkwassererwärmer und Entnahmestelle

  • Duschen oder andere Einrichtungen, bei denen Trinkwasser vernebelt wird

  • keine Ein- oder Zweifamilienhausanlage

Für entsprechende Gebäudewasserversorgungsanlagen sieht die Verordnung grundsätzlich mindestens alle drei Jahre eine Untersuchung bei gewerblicher, aber nicht öffentlicher Tätigkeit vor; in anderen Fällen grundsätzlich mindestens jährlich, sofern das Gesundheitsamt kein längeres Intervall festlegt.

Wichtig: Ob eine konkrete Anlage untersuchungspflichtig ist, hängt von den tatsächlichen Bedingungen ab. Im Zweifel sollte das zuständige Gesundheitsamt oder eine entsprechend qualifizierte Fachstelle kontaktiert werden.

Muss ein Einfamilienhaus auf Legionellen getestet werden?

Für ein normales Ein- oder Zweifamilienhaus besteht nach § 31 Trinkwasserverordnung keine entsprechende Untersuchungspflicht nach dieser Vorschrift.

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Untersuchung niemals sinnvoll sein kann.

Ein freiwilliger Legionellentest kann beispielsweise interessant sein, wenn:

  • die Warmwasseranlage ungewöhnlich betrieben wird

  • das Wasser längere Zeit stagniert

  • technische Probleme vermutet werden

  • die Anlage verändert wurde

  • ein früherer Befund auffällig war

  • besondere hygienische Bedenken bestehen

Bei konkreten Fragen zur eigenen Anlage kann das Gesundheitsamt weiterhelfen.

Was ist der technische Maßnahmenwert für Legionellen?

Bei Legionellen ist der sogenannte technische Maßnahmenwert ein wichtiger Begriff.

Der Wert beträgt 100 KBE pro 100 ml.

Eine Überschreitung bedeutet nicht automatisch, dass eine Person erkranken wird.

Sie ist jedoch ein wichtiger Hinweis darauf, dass die Trinkwasserinstallation genauer untersucht werden muss.

Die Trinkwasserverordnung sieht bei einer Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes unter anderem eine Ursachenklärung, eine Risikoabschätzung und erforderliche Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit vor.

Was bedeutet KBE bei einem Legionellen-Test?

KBE steht für koloniebildende Einheiten.

Bei einer mikrobiologischen Untersuchung wird damit angegeben, wie viele koloniebildende Einheiten eines untersuchten Mikroorganismus in einem bestimmten Volumen der Probe festgestellt wurden.

Bei Legionellen wird das Ergebnis beispielsweise als:

KBE/100 ml

angegeben.

Ein Laborbericht könnte vereinfacht so aussehen:

Parameter Ergebnis Einheit
Legionella spec. < 10 KBE/100 ml

Die tatsächliche Bewertung sollte immer anhand des vollständigen Laborberichts und des jeweils geltenden Bewertungsmaßstabs erfolgen.

Wie wird ein Legionellen-Test durchgeführt?

Eine professionelle Untersuchung sollte nach den geltenden Anforderungen und geeigneten Probenahmeverfahren erfolgen.

Bei systemischen Legionellenuntersuchungen werden repräsentative Entnahmestellen in der Trinkwasserinstallation berücksichtigt. Die Trinkwasserverordnung verlangt für entsprechende Untersuchungen geeignete Probennahmestellen und eine Probenahme nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik.

Der typische Ablauf besteht aus:

1. Untersuchung auswählen

Zunächst wird festgelegt, welche Untersuchung benötigt wird.

2. Geeignete Probenahmestellen bestimmen

Bei systemischen Untersuchungen werden mehrere repräsentative Entnahmestellen berücksichtigt.

3. Wasserprobe entnehmen

Die Probe muss entsprechend den Anforderungen des Untersuchungsverfahrens entnommen werden.

4. Probe ins Labor senden

Die Probe wird entsprechend den Vorgaben des Labors transportiert.

5. Mikrobiologische Untersuchung

Das Labor untersucht die Wasserprobe auf Legionella spec.

6. Laborbericht erhalten

Das Ergebnis wird mit dem entsprechenden Messwert und den relevanten Angaben dokumentiert.

Warum ist die richtige Probenahme bei Legionellen besonders wichtig?

Eine Legionellenuntersuchung sollte nicht mit einem beliebigen Glas Wasser aus dem Wasserhahn durchgeführt werden.

Bei einer systemischen Untersuchung geht es darum, die Trinkwasserinstallation repräsentativ zu beurteilen.

Die aktuelle Trinkwasserverordnung verweist für Legionellenuntersuchungen auf die allgemein anerkannten Regeln der Technik und die entsprechende Empfehlung des Umweltbundesamtes zur systemischen Untersuchung von Trinkwasserinstallationen.

Deshalb sollten die Vorgaben des beauftragten Labors beziehungsweise der zugelassenen Untersuchungsstelle genau beachtet werden.

Wo sollte man Wasser auf Legionellen testen?

Bei einer professionellen systemischen Untersuchung werden mehrere geeignete und repräsentative Entnahmestellen berücksichtigt.

Je nach Gebäude und Anlage können beispielsweise relevant sein:

  • Trinkwassererwärmer

  • Zirkulationssystem

  • weit entfernte Entnahmestellen

  • Duschen

  • weitere repräsentative Zapfstellen

Die genaue Auswahl sollte entsprechend der Trinkwasserinstallation und dem Untersuchungszweck erfolgen.

Was bedeutet ein positives Legionellen-Ergebnis?

Ein Nachweis von Legionellen bedeutet zunächst, dass Legionella spec. in der untersuchten Probe festgestellt wurde.

Für die weitere Bewertung sind unter anderem wichtig:

  • die gemessene Konzentration

  • die Entnahmestelle

  • die Art der Trinkwasserinstallation

  • die Nutzung des Gebäudes

  • das Vorhandensein von Duschen oder anderen Aerosolquellen

  • die technischen Bedingungen der Warmwasseranlage

Ein Laborergebnis sollte deshalb nicht isoliert betrachtet werden.

Bei einer Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes gelten besondere Pflichten zur Ursachenklärung und Risikobewertung.

Was tun bei einer Legionellen-Grenzwertüberschreitung?

Wenn ein Legionellenbefund auffällig ist, sollten Sie nicht eigenständig eine beliebige „Desinfektion“ durchführen.

Bei einer relevanten Überschreitung müssen die Ursache und die technische Situation der Trinkwasserinstallation untersucht werden.

Nach der Trinkwasserverordnung gehören dazu unter anderem:

  1. Untersuchung der Ursachen

  2. Ortsbesichtigung

  3. Prüfung der Trinkwasserinstallation

  4. schriftliche Risikoabschätzung

  5. Durchführung geeigneter Maßnahmen

  6. Information des zuständigen Gesundheitsamtes über die ergriffenen Maßnahmen

Die konkrete Vorgehensweise sollte mit einer qualifizierten Fachperson und – sofern erforderlich – dem Gesundheitsamt abgestimmt werden.

Kann man Legionellen einfach durch Erhitzen beseitigen?

Die Temperatur spielt bei der Legionellenkontrolle eine wichtige Rolle.

Allerdings sollte man eine private Warmwasseranlage nicht einfach eigenständig auf extrem hohe Temperaturen einstellen.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass bestimmte technische Anforderungen an Warmwasseranlagen einzuhalten sind und dass sogenannte periodische „Legionellenschaltungen“ nicht als sichere Standardlösung angesehen werden.

Bei einem tatsächlichen Legionellenbefund sollte deshalb eine fachgerechte Ursachenklärung erfolgen, statt sich ausschließlich auf eine kurzfristige Temperaturerhöhung zu verlassen.

Legionellen und Duschen: Warum ist Duschen relevant?

Duschen kann feine Wassertröpfchen erzeugen.

Wenn diese Aerosole Legionellen enthalten, können sie eingeatmet werden.

Deshalb spielt die Dusche bei der hygienischen Bewertung von Warmwasseranlagen eine wichtige Rolle.

Das bedeutet nicht, dass jede Dusche mit Legionellen automatisch gefährlich ist.

Entscheidend sind unter anderem die tatsächliche Konzentration, die technische Situation der Anlage und die Art der Exposition.

Legionellen im kalten Wasser

Legionellen werden häufig mit Warmwasser verbunden.

Grundsätzlich können sie jedoch auch im Kaltwasser vorkommen und sich unter bestimmten Bedingungen vermehren.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Legionellen auch in Kaltwasserleitungen wachsen können, wenn das Wasser lange genug steht und sich erwärmt. Deshalb sollten Kalt- und Warmwasserleitungen ausreichend voneinander getrennt und wärmegedämmt sein.

Eine ungewöhnlich hohe Kaltwassertemperatur kann daher ebenfalls ein Anlass sein, die Trinkwasserinstallation genauer zu betrachten.

Wie kann man Legionellen im Trinkwasser vermeiden?

Eine gute Trinkwasserhygiene beginnt mit einer fachgerecht geplanten und betriebenen Trinkwasserinstallation.

Wichtige Aspekte können sein:

  • geeignete Warmwassertemperaturen

  • Vermeidung unnötiger Stagnation

  • regelmäßige Nutzung wenig genutzter Entnahmestellen

  • fachgerechte Wartung

  • korrekte Dämmung von Kalt- und Warmwasserleitungen

  • technisch einwandfreie Zirkulation

  • regelmäßige Untersuchungen, wenn diese erforderlich oder sinnvoll sind

Das Umweltbundesamt empfiehlt außerdem, Warmwasser hygienisch korrekt zu betreiben und Stagnation zu vermeiden.

Legionellen-Test für Vermieter und Hausverwaltungen

Für Vermieter und Betreiber bestimmter Gebäude kann das Thema Legionellen besonders relevant sein.

Die aktuelle Trinkwasserverordnung enthält konkrete Untersuchungspflichten für bestimmte Gebäudewasserversorgungsanlagen.

Wenn eine Anlage die Voraussetzungen nach § 31 TrinkwV erfüllt, müssen die entsprechenden Untersuchungen nach den dort festgelegten Bedingungen durchgeführt werden.

Bei Unsicherheit sollte geprüft werden:

  • Welche Art von Gebäude liegt vor?

  • Wird das Wasser gewerblich oder öffentlich abgegeben?

  • Wie groß ist der Trinkwassererwärmer?

  • Wie groß ist das Volumen der Warmwasserleitungen?

  • Gibt es Duschen oder andere Aerosolquellen?

  • Handelt es sich um ein Ein- oder Zweifamilienhaus?

Legionellen-Test für Privatpersonen

Auch wenn für ein bestimmtes Einfamilienhaus keine gesetzliche Untersuchungspflicht besteht, kann ein freiwilliger Test sinnvoll sein.

Das kann beispielsweise bei folgenden Situationen der Fall sein:

  • ältere Warmwasserinstallation

  • längere Leerstandszeiten

  • ungewöhnliche Warmwassertemperaturen

  • technische Veränderungen

  • wiederkehrende hygienische Auffälligkeiten

  • Unsicherheit über die Trinkwasserinstallation

  • vorheriger auffälliger Befund

Wenn Sie wissen möchten, ob in Ihrer Wasserprobe Legionellen nachweisbar sind, können Sie einen Legionellen-Test in Betracht ziehen.

→ Legionellen-Test ansehen

Wie lange dauert ein Legionellen-Test?

Die Dauer hängt vom beauftragten Labor und Untersuchungsverfahren ab.

Bei mikrobiologischen Untersuchungen sind entsprechende Bebrütungs- und Auswertungszeiten erforderlich.

Deshalb sollte die genaue Bearbeitungszeit immer beim jeweiligen Anbieter beziehungsweise Labor geprüft werden.

Legionellen-Test oder kompletter Leitungswassertest?

Welcher Test sinnvoll ist, hängt von Ihrer Fragestellung ab.

Ihr Ziel Geeignete Untersuchung
Nur Legionellen untersuchen Legionellen-Test
Mehrere mikrobiologische Parameter prüfen Umfangreichere Wasseranalyse
Legionellen + chemische Parameter untersuchen Umfassender Leitungswassertest
Hausinstallation allgemein untersuchen Leitungswassertest Komplett
Brunnenwasser untersuchen Brunnenwasser-Test

Wenn Sie ausschließlich wissen möchten, ob Legionellen in einer entsprechenden Wasserprobe nachweisbar sind, kann ein gezielter Legionellen-Test passend sein.

Wenn Sie dagegen einen umfassenderen Überblick über die Wasserqualität Ihrer Hausinstallation wünschen, kann ein umfangreicherer Leitungswassertest sinnvoller sein.

→ Leitungswassertest Komplett ansehen

Legionellen testen lassen: Was kostet eine Untersuchung?

Die Kosten hängen vom Umfang der Untersuchung, der Anzahl der Probenahmestellen und dem jeweiligen Labor beziehungsweise Anbieter ab.

Ein gezielter Legionellen-Test ist in der Regel anders kalkuliert als eine umfassende Wasseranalyse mit zahlreichen mikrobiologischen und chemischen Parametern.

Deshalb sollten Sie vor der Bestellung prüfen:

  • Welche Parameter werden untersucht?

  • Wie viele Proben werden benötigt?

  • Ist die Probenahme enthalten?

  • Wer darf die Probe entnehmen?

  • Wie wird die Probe transportiert?

  • Wie schnell erhalten Sie den Prüfbericht?

Häufige Fehler beim Thema Legionellen

Nur nach Geschmack oder Geruch beurteilen

Legionellen lassen sich nicht zuverlässig anhand von Geschmack oder Geruch erkennen.

Nur das Wasser aus einem einzigen Glas untersuchen

Bei systemischen Untersuchungen geht es um die Trinkwasserinstallation als Gesamtsystem. Repräsentative Probenahmestellen sind deshalb wichtig.

Warmwasser dauerhaft zu niedrig temperieren

Eine zu niedrige Warmwassertemperatur kann die hygienischen Bedingungen verschlechtern.

Nur kurzfristig stark erhitzen

Eine sogenannte „Legionellenschaltung“ ist laut Umweltbundesamt keine sichere Standardlösung zur Vermeidung einer Verkeimung.

Einen auffälligen Befund ignorieren

Bei einer Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes sind weitergehende Untersuchungen und Maßnahmen vorgesehen.

Selbstständig chemisch desinfizieren

Eine Desinfektion sollte nicht ohne fachliche Prüfung durchgeführt werden. Bei einer relevanten Auffälligkeit sollte die Ursache zunächst fachgerecht untersucht werden.

Häufig gestellte Fragen zu Legionellen im Trinkwasser

Was sind Legionellen?

Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in der Umwelt vorkommen können. Unter bestimmten Bedingungen können sie sich in Trinkwasserinstallationen vermehren.

Sind Legionellen im Trinkwasser gefährlich?

Eine hohe Konzentration kann gesundheitlich relevant sein. Das größte Risiko entsteht durch das Einatmen von legionellenhaltigen Wassertröpfchen beziehungsweise Aerosolen, beispielsweise beim Duschen.

Kann man Legionellen im Wasser sehen?

Nein. Legionellen können nicht zuverlässig mit bloßem Auge erkannt werden. Für den Nachweis ist eine entsprechende Laboruntersuchung erforderlich.

Kann man Legionellen riechen oder schmecken?

Nein. Geschmack und Geruch sind keine zuverlässigen Methoden, um Legionellen festzustellen.

Können Legionellen durch Trinken übertragen werden?

Das typische Infektionsrisiko besteht nicht durch das Trinken, sondern durch das Einatmen von Aerosolen aus kontaminiertem Wasser.

Bei welcher Temperatur vermehren sich Legionellen?

Legionellen können sich besonders bei Temperaturen zwischen etwa 25 und 55 °C stark vermehren. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Temperaturen unter 55 °C im Warmwassersystem das Wachstum begünstigen können.

Wie oft müssen Legionellen untersucht werden?

Das hängt von der Art der Wasserversorgungsanlage und ihrer Nutzung ab. Für bestimmte Gebäudewasserversorgungsanlagen schreibt § 31 TrinkwV regelmäßige Untersuchungen vor. Je nach Nutzung sind grundsätzlich jährliche oder dreijährige Intervalle vorgesehen; das Gesundheitsamt kann unter bestimmten Voraussetzungen längere Intervalle festlegen.

Muss ein Einfamilienhaus auf Legionellen getestet werden?

Für Ein- und Zweifamilienhäuser besteht nach § 31 TrinkwV keine entsprechende Untersuchungspflicht. Ein freiwilliger Test kann bei konkreten Bedenken oder bestimmten technischen Situationen trotzdem sinnvoll sein.

Was ist der technische Maßnahmenwert für Legionellen?

Der technische Maßnahmenwert beträgt 100 KBE/100 ml. Eine Überschreitung löst nach der Trinkwasserverordnung weitergehende Pflichten zur Ursachenklärung und Risikobewertung aus.

Was soll ich bei einem auffälligen Legionellenbefund tun?

Ein auffälliger Befund sollte fachlich bewertet werden. Bei einer Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes sind nach der Trinkwasserverordnung unter anderem Ursachenklärung, Ortsbesichtigung, Risikoabschätzung und geeignete Maßnahmen vorgesehen.

Kann ich mein Wasser selbst auf Legionellen testen?

Für eine zuverlässige Untersuchung sollte die Probenahme und Analyse entsprechend den geltenden Anforderungen und durch eine geeignete Untersuchungsstelle erfolgen. Bei systemischen Untersuchungen sind repräsentative Probenahmestellen besonders wichtig.

Fazit: Legionellen im Trinkwasser erkennen und richtig handeln

Legionellen sind ein wichtiger Bestandteil der Trinkwasserhygiene – insbesondere bei Warmwasseranlagen und bestimmten Gebäudewasserversorgungen.

Eine erhöhte Legionellenkonzentration kann insbesondere dann gesundheitlich relevant werden, wenn kontaminiertes Wasser als feiner Wassernebel eingeatmet wird.

Entscheidend für die Vermehrung sind unter anderem:

  • geeignete Temperaturen

  • Stagnation

  • technische Eigenschaften der Trinkwasserinstallation

  • Warmwasserbereitung

  • Zirkulation

  • Nutzung des Gebäudes

Eine professionelle Legionellenuntersuchung kann feststellen, ob Legionella spec. in der untersuchten Wasserprobe nachweisbar ist und in welcher Konzentration.

Wenn eine Untersuchungspflicht besteht oder Sie aufgrund Ihrer Trinkwasserinstallation Bedenken haben, sollte die Untersuchung fachgerecht geplant und durchgeführt werden.

→ Legionellen-Test ansehen

Wenn Sie nicht nur Legionellen, sondern auch weitere mikrobiologische und chemische Wasserwerte überprüfen möchten, können Sie alternativ einen umfassenderen Leitungswassertest Komplett in Betracht ziehen.

→ Leitungswassertest Komplett – Wasserqualität umfassend untersuchen

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