Wasserqualität prüfen: 15 Anzeichen, dass Sie Ihr Wasser testen lassen sollten

Die Trinkwasserqualität in Deutschland ist insgesamt sehr hoch. Bei den meisten mikrobiologischen und chemischen Qualitätsparametern erfüllten im Berichtszeitraum 2020 bis 2022 mehr als 99 % der untersuchten Proben die Anforderungen der Trinkwasserverordnung.

Trotzdem kann es Situationen geben, in denen eine individuelle Wasseranalyse sinnvoll ist. Denn zwischen dem Wasserwerk und Ihrem Wasserhahn befindet sich die Trinkwasserinstallation des Gebäudes. Rohrleitungen, Armaturen, Warmwasseranlagen und die Nutzung können die Wasserqualität an der Entnahmestelle beeinflussen.

Manche Veränderungen sind sofort sichtbar oder wahrnehmbar – andere lassen sich nur durch eine Laboruntersuchung feststellen.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen 15 Anzeichen und Situationen, bei denen es sinnvoll sein kann, Ihr Wasser testen zu lassen. Außerdem erfahren Sie, welche Wasserwerte dabei interessant sein können und wie Sie bei Auffälligkeiten richtig vorgehen.

Warum sollte man die Wasserqualität prüfen?

Viele Menschen beurteilen Wasser hauptsächlich anhand von drei Eigenschaften:

  • Aussehen

  • Geruch

  • Geschmack

Diese Eigenschaften können wichtige Hinweise liefern, reichen aber nicht aus, um die gesamte Wasserqualität zu beurteilen.

Bestimmte Stoffe oder Mikroorganismen lassen sich nicht zuverlässig mit den menschlichen Sinnen erkennen.

Das Umweltbundesamt weist beispielsweise darauf hin, dass Trinkwasser nicht vollständig keimfrei ist und dass für die hygienische Beurteilung unter anderem mikrobiologische Indikatororganismen wie E. coli und Enterokokken untersucht werden.

Eine Laboranalyse kann deshalb Informationen liefern, die Sie durch bloßes Anschauen oder Probieren des Wassers nicht erhalten.

15 Anzeichen, dass Sie Ihr Wasser testen lassen sollten

1. Ihr Wasser schmeckt plötzlich ungewöhnlich

Eine plötzliche Veränderung des Geschmacks kann verschiedene Ursachen haben.

Mögliche Gründe können beispielsweise sein:

  • Veränderungen in der Hausinstallation

  • neue Armaturen

  • längere Stagnation

  • Arbeiten an den Wasserleitungen

  • bestimmte Materialien im Kontakt mit Trinkwasser

Ein ungewöhnlicher Geschmack bedeutet nicht automatisch, dass das Wasser gesundheitlich bedenklich ist.

Wenn die Veränderung jedoch neu ist, wiederholt auftritt oder dauerhaft besteht, kann eine Wasseranalyse helfen, mögliche Ursachen genauer zu untersuchen.

Das Umweltbundesamt beschreibt ungewöhnlichen Geruch oder Geschmack insbesondere nach Arbeiten an Trinkwasserinstallationen als mögliche Auffälligkeit, die Verbraucher verunsichern kann.

→ Wasserqualität prüfen lassen

2. Das Wasser riecht ungewöhnlich

Leitungswasser sollte keinen dauerhaft auffälligen oder ungewöhnlichen Geruch aufweisen.

Ein veränderter Geruch kann beispielsweise nach Reparaturen, Sanierungen oder längeren Standzeiten auftreten.

Wenn das Wasser plötzlich anders riecht als gewohnt, sollten Sie zunächst beobachten, ob die Veränderung nur an einem Wasserhahn oder an mehreren Entnahmestellen auftritt.

Nur ein Wasserhahn betroffen?

Dann kann die Ursache möglicherweise in der jeweiligen Armatur oder dem Leitungsabschnitt liegen.

Mehrere Wasserhähne betroffen?

Dann sollte die Ursache umfassender untersucht werden.

Eine Laboranalyse kann je nach Untersuchungsumfang zusätzliche Informationen über die Wasserbeschaffenheit liefern.

3. Das Wasser ist trüb

Trinkwasser sollte normalerweise klar beziehungsweise ohne ungewöhnliche Trübung aus dem Wasserhahn kommen.

Eine vorübergehende Trübung kann verschiedene Ursachen haben.

Beispielsweise können nach Arbeiten am Leitungsnetz oder durch Veränderungen in der Installation Schwebstoffe auftreten.

Wenn die Trübung:

  • regelmäßig auftritt

  • stärker wird

  • länger anhält

  • an mehreren Wasserhähnen vorkommt

kann eine Untersuchung sinnvoll sein.

Das Umweltbundesamt führt Trübung als einen Parameter auf, der bei der Beurteilung der Trinkwasserqualität berücksichtigt wird.

4. Ihr Wasser ist verfärbt

Eine gelbliche, bräunliche oder andere ungewöhnliche Färbung sollte nicht einfach dauerhaft ignoriert werden.

Eine mögliche Ursache können beispielsweise Eisenverbindungen sein.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass höhere Eisenkonzentrationen unter bestimmten Bedingungen zu geschmacklichen Beeinträchtigungen und Braunfärbung führen können.

Andere Ursachen sind ebenfalls möglich.

Deshalb sollte eine auffällige Wasserfarbe nicht allein anhand des Aussehens beurteilt werden.

Eine gezielte Wasseranalyse kann helfen, mögliche chemische Ursachen zu untersuchen.

→ Mehr über Eisen im Wasser erfahren

5. Sie wohnen in einem älteren Gebäude

Das Alter eines Gebäudes bedeutet nicht automatisch, dass die Wasserqualität schlecht ist.

Allerdings können ältere Gebäude Trinkwasserinstallationen enthalten, deren Materialien oder Zustand genauer überprüft werden sollten.

Besonders relevant können dabei bestimmte Schwermetalle sein.

Das Umweltbundesamt berichtet beispielsweise, dass Grenzwertüberschreitungen bei Blei hauptsächlich am Wasserhahn der Verbraucher festgestellt werden und ein Hinweis auf noch vorhandene Bleileitungen sein können. Auch ungeeignete Armaturen können eine Ursache sein.

Wenn Sie unsicher sind, welche Materialien in Ihrer Hausinstallation verwendet wurden, kann eine Wasseranalyse zusätzliche Informationen liefern.

6. Sie vermuten alte Bleileitungen

Blei ist ein Parameter, bei dem eine Untersuchung besonders interessant sein kann, wenn eine ältere Trinkwasserinstallation vermutet wird.

Seit dem 12. Januar 2026 müssen vorhandene Bleileitungen in Trinkwasserinstallationen grundsätzlich ausgetauscht oder stillgelegt werden.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Installation betroffen ist, sollten Sie einen Fachbetrieb beziehungsweise die zuständige Stelle kontaktieren.

Eine Laboranalyse kann zusätzlich zeigen, ob Blei in der untersuchten Wasserprobe nachweisbar ist.

7. Sie haben neue Armaturen eingebaut

Auch neue Armaturen können Einfluss auf die Wasserqualität haben, wenn sie nicht für den Kontakt mit Trinkwasser geeignet sind.

Das Umweltbundesamt nennt ungeeignete Armaturen als mögliche Ursache für die Nichteinhaltung bestimmter Parameterwerte, unter anderem bei Kupfer, Nickel und Cadmium.

Wenn sich Geschmack, Geruch oder andere Eigenschaften des Wassers nach dem Einbau einer neuen Armatur verändern, kann eine Untersuchung sinnvoll sein.

8. Sie haben Arbeiten an den Wasserleitungen durchführen lassen

Nach Reparaturen, Umbauten oder Sanierungsarbeiten kann sich die Wasserqualität vorübergehend verändern.

Beispielsweise können:

  • neue Rohrleitungen

  • neue Armaturen

  • Rohrsanierungen

  • Veränderungen an der Warmwasseranlage

  • andere Arbeiten an der Trinkwasserinstallation

eine genauere Kontrolle sinnvoll machen.

Das Umweltbundesamt beschreibt insbesondere plötzliche Veränderungen von Geruch oder Geschmack während oder nach baulichen Maßnahmen an Trinkwasserinstallationen als mögliche Auffälligkeit.

Wenn die Veränderung nach einer Baumaßnahme nicht verschwindet, sollte die Ursache fachlich geprüft werden.

9. Das Wasser stand lange in den Leitungen

Längere Standzeiten können die Bedingungen innerhalb einer Trinkwasserinstallation verändern.

Das kann beispielsweise vorkommen bei:

  • längerer Abwesenheit

  • Ferienwohnungen

  • selten genutzten Gästezimmern

  • leerstehenden Wohnungen

  • wenig genutzten Wasserhähnen

Nach längerer Stagnation kann es sinnvoll sein, zunächst die entsprechenden Leitungen gemäß den Empfehlungen zur Trinkwasserhygiene ausreichend zu spülen.

Wenn danach weiterhin Auffälligkeiten bestehen, kann eine Wasseranalyse sinnvoll sein.

10. Ihr Warmwasser wird nicht richtig warm

Eine ungewöhnlich niedrige Warmwassertemperatur kann ein Hinweis darauf sein, dass die Warmwasseranlage überprüft werden sollte.

Das ist insbesondere im Zusammenhang mit Legionellen relevant.

Legionellen können sich unter günstigen Bedingungen in Warmwassersystemen vermehren. Deshalb spielen Temperaturführung, Zirkulation und die technische Ausführung der Anlage eine wichtige Rolle.

Wenn Sie Bedenken hinsichtlich Ihrer Warmwasseranlage haben, kann neben einer technischen Prüfung auch eine gezielte Legionellenuntersuchung sinnvoll sein.

→ Legionellen-Test ansehen

11. Das Kaltwasser wird nicht richtig kalt

Auch ungewöhnlich warmes Kaltwasser kann ein Hinweis darauf sein, dass die Trinkwasserinstallation genauer betrachtet werden sollte.

Kaltwasserleitungen sollten ausreichend vor Erwärmung geschützt werden.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Legionellen auch in Kaltwasserleitungen wachsen können, wenn das Wasser lange genug steht und sich erwärmt.

Wenn das Kaltwasser regelmäßig deutlich wärmer als erwartet aus der Leitung kommt, kann eine technische Überprüfung der Installation sinnvoll sein.

12. Sie haben gesundheitliche Bedenken bezüglich Ihres Wassers

Manchmal gibt es keinen sichtbaren Hinweis auf eine Veränderung des Wassers.

Trotzdem können persönliche Umstände oder konkrete Zweifel dazu führen, dass man die Wasserqualität genauer untersuchen möchte.

Beispielsweise können Sie sich fragen:

  • Welche Stoffe sind tatsächlich in meinem Wasser?

  • Wie hoch ist der Blei- oder Nickelwert?

  • Ist die Wasserprobe mikrobiologisch unauffällig?

  • Wie hoch ist die Wasserhärte?

  • Wie ist der pH-Wert?

In solchen Situationen kann eine gezielte oder umfassende Wasseranalyse objektive Messwerte liefern.

Wichtig: Ein Wassertest ersetzt keine medizinische Untersuchung und kann nicht jede mögliche gesundheitliche Frage beantworten.

13. Sie haben ein Kleinkind im Haushalt

Familien mit kleinen Kindern achten häufig besonders auf die Qualität des Trinkwassers.

Das bedeutet nicht, dass Leitungswasser in einem Haushalt mit Kindern automatisch untersucht werden muss.

Deutschland verfügt über eine umfassende Trinkwasserüberwachung und die zentrale Trinkwasserversorgung weist insgesamt eine sehr hohe Qualität auf.

Wenn jedoch zusätzliche Unsicherheit über die eigene Hausinstallation besteht, kann eine individuelle Untersuchung eine Möglichkeit sein, bestimmte Wasserwerte direkt an der eigenen Entnahmestelle zu überprüfen.

14. Sie sind unsicher über die Qualität Ihrer Hausinstallation

Die Wasserqualität am Wasserwerk und die Wasserqualität direkt am eigenen Wasserhahn sind nicht zwangsläufig exakt dasselbe.

Das Wasser durchläuft auf seinem Weg zum Verbraucher die Trinkwasserinstallation des Gebäudes.

Deshalb können beispielsweise Rohrmaterialien und Armaturen eine Rolle spielen.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass bei bestimmten Parametern auffällige Werte am Wasserhahn auf Einflüsse der Trinkwasserinstallation hinweisen können.

Wenn Sie die Wasserqualität direkt an Ihrer Entnahmestelle überprüfen möchten, ist eine entsprechende Wasserprobe besonders aussagekräftig für Ihre konkrete Situation.

15. Sie möchten einfach wissen, was in Ihrem Wasser enthalten ist

Nicht jede Wasseranalyse muss aufgrund einer sichtbaren Auffälligkeit durchgeführt werden.

Manche Verbraucher möchten schlicht mehr über die Qualität ihres Leitungswassers erfahren.

Eine umfassende Untersuchung kann beispielsweise Informationen liefern über:

  • E. coli

  • coliforme Keime

  • Enterokokken

  • Legionellen

  • Pseudomonas aeruginosa

  • Blei

  • Nickel

  • Kupfer

  • Eisen

  • Aluminium

  • Cadmium

  • Quecksilber

  • Sulfat

  • Chlorid

  • Wasserhärte

  • pH-Wert

Welche Parameter tatsächlich untersucht werden, hängt vom jeweiligen Test ab.

Der Leitungswassertest Komplett von WirtestenIhrWasser umfasst aktuell bis zu 17 Parameter, darunter mikrobiologische und chemische Untersuchungen.

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Welche Wasserwerte sollte man untersuchen lassen?

Es gibt nicht den einen Wassertest, der für jede Situation gleichermaßen geeignet ist.

Der richtige Untersuchungsumfang hängt davon ab, warum Sie Ihr Wasser testen möchten.

Situation Interessante Untersuchungen
Ungewöhnlicher Geschmack Je nach Ursache chemische Parameter
Ungewöhnlicher Geruch Je nach Ursache gezielte Analyse
Trübes Wasser Trübung, Mikrobiologie und weitere passende Parameter
Braunes Wasser Eisen und weitere chemische Parameter
Alte Hausinstallation Blei, Nickel, Kupfer und weitere relevante Parameter
Auffälliges Warmwasser Legionellen und ggf. weitere Parameter
Allgemeiner Überblick Umfassender Leitungswassertest
Brunnenwasser Spezifische Brunnenwasseranalyse
Nach Umbauarbeiten Je nach Art der Arbeiten passende Untersuchung

Wasserqualität prüfen: Was kann ein Labor feststellen?

Ein professioneller Wassertest kann je nach Untersuchungsumfang verschiedene Eigenschaften des Wassers erfassen.

Mikrobiologische Parameter

Dazu können beispielsweise gehören:

  • E. coli

  • coliforme Keime

  • Enterokokken

  • Legionellen

  • Pseudomonas aeruginosa

  • Gesamtkeimzahl

Das Umweltbundesamt verwendet E. coli und Enterokokken unter anderem als wichtige mikrobiologische Indikatororganismen.

Chemische Parameter

Je nach Test können beispielsweise untersucht werden:

  • Blei

  • Nickel

  • Kupfer

  • Eisen

  • Aluminium

  • Cadmium

  • Quecksilber

  • Sulfat

  • Chlorid

Physikalische beziehungsweise chemische Eigenschaften

Dazu können beispielsweise gehören:

  • pH-Wert

  • Wasserhärte

  • Leitfähigkeit

  • Trübung

  • Färbung

Reicht ein Wassertest aus, um die gesamte Wasserqualität zu beurteilen?

Nein.

Ein Wassertest kann nur die Parameter beurteilen, die tatsächlich untersucht wurden.

Wenn ein Test beispielsweise nur den pH-Wert und die Wasserhärte untersucht, sagt das Ergebnis nichts über Blei, Legionellen oder E. coli aus.

Deshalb sollten Sie vor der Bestellung überlegen:

Welche Frage möchte ich mit dem Wassertest beantworten?

Wenn Sie einen umfassenderen Überblick möchten, ist ein entsprechend umfangreicher Test sinnvoller.

Sollte man Wasser testen oder einen Wasserfilter kaufen?

Wenn Sie sich wegen Ihrer Wasserqualität Sorgen machen, ist es häufig sinnvoll, zunächst herauszufinden, ob und welcher Parameter überhaupt auffällig ist.

Ein Filter ist nicht automatisch die richtige Lösung für jedes Problem.

Ein sinnvoller Ablauf kann sein:

Auffälligkeit feststellen → Wasser analysieren → Ergebnis verstehen → Ursache prüfen → passende Maßnahme auswählen

So vermeiden Sie, dass Sie eine Wasseraufbereitung einsetzen, obwohl möglicherweise gar kein entsprechender Bedarf besteht.

Wie läuft eine Wasseranalyse ab?

Eine professionelle Wasseranalyse besteht normalerweise aus mehreren Schritten.

1. Anlass bestimmen

Warum möchten Sie Ihr Wasser testen?

2. Passenden Test auswählen

Wählen Sie einen Untersuchungsumfang, der zu Ihrer Fragestellung passt.

3. Probe entnehmen

Die Wasserprobe wird entsprechend den Vorgaben des Labors entnommen.

4. Probe versenden

Die Probe wird entsprechend den Versandvorgaben an das Labor geschickt.

5. Laboruntersuchung

Das Labor untersucht die ausgewählten Parameter.

6. Laborbericht erhalten

Sie erhalten die Messergebnisse und können diese anhand der angegebenen Bewertungsmaßstäbe einordnen.

Warum die richtige Probenahme wichtig ist

Ein Labor kann nur die Wasserprobe untersuchen, die tatsächlich eingesendet wurde.

Deshalb können Fehler bei der Probenentnahme die Aussagekraft der Untersuchung beeinträchtigen.

Vermeiden Sie beispielsweise:

  • falsche Probengefäße

  • Berührung der Innenseite des Gefäßes

  • unsachgemäße Lagerung

  • unnötig lange Transportzeiten

  • Abweichungen von den Anweisungen des Labors

Beim Leitungswassertest Komplett von WirtestenIhrWasser werden entsprechende Probengefäße und Materialien für die Probenentnahme bereitgestellt.

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Was tun, wenn der Wassertest auffällig ist?

Ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch, dass eine akute Gesundheitsgefahr besteht.

Die Bedeutung hängt vom jeweiligen Parameter und Messwert ab.

Das Umweltbundesamt unterscheidet beispielsweise zwischen gesundheitlich begründeten und technisch beziehungsweise ästhetisch begründeten Anforderungen. So hat der Parameterwert für Eisen in erster Linie technische und ästhetische Gründe.

Bei einem auffälligen Ergebnis sollten Sie deshalb zunächst:

  1. den betroffenen Parameter identifizieren

  2. den Messwert prüfen

  3. die Einheit beachten

  4. den entsprechenden Bewertungsmaßstab prüfen

  5. die Probenahme berücksichtigen

  6. mögliche Ursachen untersuchen

  7. gegebenenfalls eine Kontrolluntersuchung durchführen

Bei mikrobiologischen Auffälligkeiten oder möglichen gesundheitlichen Risiken sollte eine fachkundige Stelle hinzugezogen werden.

Wasserqualität prüfen: Wann reicht Beobachten nicht mehr?

Ein einmaliges, kurzzeitiges Problem muss nicht automatisch Anlass für eine umfassende Wasseranalyse sein.

Eine Untersuchung wird jedoch interessanter, wenn eine Auffälligkeit:

  • wiederholt auftritt

  • länger anhält

  • mehrere Wasserhähne betrifft

  • nach Renovierungsarbeiten auftritt

  • mit der Warmwasseranlage zusammenhängt

  • nach längerer Stagnation wiederkehrt

  • zusammen mit anderen Veränderungen auftritt

Besonders bei mikrobiologischen Auffälligkeiten sollte die Ursache nicht einfach ignoriert werden.

15 Anzeichen im Überblick

Hier noch einmal die wichtigsten Situationen:

Nr. Anzeichen / Situation Wasseranalyse sinnvoll?
1 Ungewöhnlicher Geschmack
2 Ungewöhnlicher Geruch
3 Trübes Wasser
4 Verfärbtes Wasser
5 Älteres Gebäude
6 Vermutete Bleileitungen
7 Neue Armaturen
8 Arbeiten an Wasserleitungen
9 Lange Wasserstagnation
10 Warmwasser wird nicht richtig warm
11 Kaltwasser wird ungewöhnlich warm
12 Konkrete gesundheitliche Bedenken
13 Kleinkind im Haushalt + Unsicherheit Je nach Situation
14 Unsicherheit über Hausinstallation
15 Allgemeines Interesse an Wasserwerten

Das Häkchen bedeutet dabei nicht, dass zwingend ein Wassertest erforderlich ist. Es bedeutet, dass eine Untersuchung je nach Situation sinnvoll sein kann.

Häufig gestellte Fragen zur Wasserqualität

Wie erkenne ich schlechte Wasserqualität?

Nicht jede schlechte Wasserqualität ist mit bloßem Auge erkennbar. Ungewöhnlicher Geruch, Geschmack, Trübung oder Färbung können Hinweise auf eine Veränderung sein. Für viele chemische und mikrobiologische Parameter ist jedoch eine Laboranalyse erforderlich.

Wann sollte ich mein Leitungswasser testen lassen?

Eine Untersuchung kann sinnvoll sein, wenn sich Geschmack, Geruch, Farbe oder Trübung verändern, nach Arbeiten an der Trinkwasserinstallation Auffälligkeiten auftreten oder Sie bestimmte Wasserwerte Ihrer eigenen Entnahmestelle kennen möchten.

Ist klares Wasser automatisch gutes Wasser?

Nein. Klares Wasser kann optisch unauffällig sein, obwohl bestimmte Stoffe oder Mikroorganismen vorhanden sind. Deshalb reicht eine visuelle Beurteilung nicht aus.

Kann man Blei im Trinkwasser sehen?

Nein. Blei ist mit bloßem Auge nicht erkennbar. Wenn eine Belastung vermutet wird, kann eine entsprechende Laboranalyse sinnvoll sein.

Kann man Legionellen riechen?

Nein. Legionellen lassen sich nicht zuverlässig über Geruch oder Geschmack erkennen. Für den Nachweis ist eine mikrobiologische Untersuchung erforderlich.

Ist braunes Wasser immer gefährlich?

Nein. Eine Braunfärbung kann beispielsweise durch Eisen verursacht werden und ist nicht automatisch ein Hinweis auf eine akute Gesundheitsgefahr. Die Ursache sollte bei wiederkehrenden oder starken Auffälligkeiten jedoch untersucht werden.

Was kostet ein Wasserqualitätstest?

Die Kosten hängen vom Untersuchungsumfang ab. Ein Test auf einzelne Parameter ist normalerweise anders kalkuliert als eine umfassende Wasseranalyse mit zahlreichen mikrobiologischen und chemischen Parametern.

Wie lange dauert eine Wasseranalyse?

Die Bearbeitungszeit hängt vom Test und Labor ab. Beim aktuellen Leitungswassertest Komplett von WirtestenIhrWasser wird die Analyse mit etwa 10 Werktagen angegeben; das Ergebnis soll innerhalb von 14 Tagen nach Eingang der Probe vorliegen.

Sollte man Wasser nach einem Urlaub testen?

Nicht jeder Urlaub erfordert automatisch eine Wasseranalyse. Nach längerer Stagnation kann es jedoch sinnvoll sein, die Trinkwasserinstallation zunächst entsprechend den hygienischen Empfehlungen zu spülen. Wenn danach Auffälligkeiten bestehen, kann eine Untersuchung sinnvoll sein.

Sollte man Wasser nach einer Renovierung testen?

Wenn Arbeiten an der Trinkwasserinstallation durchgeführt wurden und anschließend Geschmack, Geruch oder andere Eigenschaften des Wassers verändert sind, kann eine Untersuchung sinnvoll sein. Bei größeren Eingriffen sollte zusätzlich ein Fachbetrieb beurteilen, ob die Installation technisch korrekt ausgeführt wurde.

Kann ich mein Wasser selbst testen?

Einfache Teststreifen können für bestimmte Parameter einen groben Hinweis liefern. Für eine professionelle Untersuchung mehrerer mikrobiologischer und chemischer Parameter ist eine Laboranalyse die bessere Wahl.

Fazit: Wasserqualität prüfen, statt nur zu vermuten

Die Trinkwasserqualität in Deutschland ist insgesamt sehr hoch. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede individuelle Wasserprobe an jedem Wasserhahn exakt dieselben Eigenschaften aufweist. Besonders die Trinkwasserinstallation kann die Wasserqualität am Ort der Entnahme beeinflussen.

Achten Sie deshalb auf Veränderungen wie:

  • ungewöhnlichen Geschmack

  • auffälligen Geruch

  • Trübung

  • Verfärbung

  • Probleme mit Warm- oder Kaltwasser

  • Auffälligkeiten nach Installationsarbeiten

  • Unsicherheit über ältere Rohrleitungen

  • mögliche Legionellenrisiken

Wenn Sie Ihre Wasserqualität nicht nur anhand äußerer Merkmale beurteilen möchten, kann eine professionelle Wasseranalyse konkrete Messwerte liefern.

Für eine umfassendere Untersuchung Ihres Leitungswassers können Sie den Leitungswassertest Komplett von WirtestenIhrWasser ansehen.

→ Leitungswassertest Komplett – Wasserqualität prüfen lassen

Wenn Sie dagegen gezielt Legionellen untersuchen möchten:

→ Legionellen-Test ansehen

Und wenn Sie Wasser aus einem eigenen Brunnen verwenden:

→ Brunnenwasser-Test ansehen

So können Sie den Untersuchungsumfang an Ihre konkrete Situation anpassen und Ihre Wasserqualität auf Grundlage tatsächlicher Messwerte beurteilen.

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