Wie gefährlich ist Arsen im Trinkwasser?

Wie gefährlich ist Arsen im Trinkwasser?

Arsen im Trinkwasser: Risiken erkennen und richtig handeln

Arsen ist ein natürlich vorkommendes Halbmetall, das in der Erdkruste weit verbreitet ist und über geologische Prozesse ins Grundwasser gelangen kann. Anders als viele andere Verunreinigungen bleibt Arsen dabei völlig unauffällig  es hat weder Geruch noch Geschmack noch Farbe. Genau das macht es zu einem der tückischsten Schadstoffe im Trinkwasser.

Wie Arsen ins Trinkwasser gelangt

Arsen kann auf zwei Wegen ins Wasser gelangen:

  • Natürliche Quellen: In bestimmten Gesteinsschichten – etwa im Keuper Nordbayerns oder in Regionen mit früherer vulkanischer Aktivität – ist Arsen von Natur aus in höheren Konzentrationen enthalten und wird über geochemische Prozesse ins Grundwasser freigesetzt.
  • Menschliche Einflüsse: Historischer Bergbau, industrielle Abwässer und frühere Pestizidnutzung können zusätzlich zur Arsenbelastung im Wasserkreislauf beitragen.

In Deutschland ist erhöhtes Arsen im Trinkwasser fast ausschließlich geogenen Ursprungs – also natürlichen geologischen Ursprungs  und tritt regional begrenzt auf.

Wie gefährlich ist Arsen im Trinkwasser wirklich?

Arsen ist giftig, und problematisch ist vor allem die langfristige Aufnahme geringer Mengen über Jahre hinweg. Kurzfristig kann eine erhöhte Aufnahme zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Magenkrämpfen führen. Deutlich schwerwiegender sind jedoch die möglichen Folgen einer dauerhaften Belastung: Studien bringen eine langfristige Arsenaufnahme mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten (insbesondere Haut-, Lungen- und Blasenkrebs), Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie neurologischen Beeinträchtigungen in Verbindung.

Problematisch ist zudem, dass sich gesundheitliche Folgen oft erst nach Jahren oder Jahrzehnten zeigen. Kinder, Schwangere und ältere Menschen gelten als besonders empfindlich gegenüber einer Arsenbelastung.

Der aktuelle Grenzwert  und was sich bald ändert

Die deutsche Trinkwasserverordnung legt den zulässigen Arsengehalt aktuell auf 0,01 mg/l (10 Mikrogramm pro Liter) fest  ein Wert, der sich an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation orientiert und auch in Ländern wie den USA oder der Schweiz gilt.

Wichtig zu wissen: Mit der überarbeiteten Trinkwasserverordnung wird dieser Grenzwert schrittweise verschärft. Für neu in Betrieb genommene Wasserversorgungsanlagen gilt ab Januar 2028 bereits ein strengerer Wert von 0,004 mg/l (4 Mikrogramm pro Liter); bestehende Anlagen müssen diesen Wert spätestens ab Januar 2036 einhalten. Der Gesetzgeber reagiert damit auf neuere Erkenntnisse, wonach bereits geringere Mengen bei langfristiger Aufnahme gesundheitlich relevant sein können.

Während zentrale Wasserversorgungssysteme diesen Grenzwert regelmäßig überprüfen müssen, unterliegen private Brunnenanlagen keiner automatischen Kontrolle durch die Wasserwerke.

Warum man Arsen im Wasser nicht einfach erkennen kann

Anders als etwa Eisen oder Schwefel, die sich durch Verfärbung oder Geruch bemerkbar machen, bleibt Arsen im Wasser in den relevanten Konzentrationen komplett unauffällig – geruchlos, farblos und geschmacklich nicht wahrnehmbar. Wasser mit einer zu hohen Arsenbelastung kann also völlig normal wirken. Das bedeutet: Die einzige verlässliche Möglichkeit, eine Belastung festzustellen, ist eine professionelle Laboranalyse.

Ein Arsentest ist besonders sinnvoll für:

  • Haushalte mit eigenem Brunnen, da hier keine automatische behördliche Kontrolle stattfindet
  • Regionen mit bekannten geologischen Arsenvorkommen, etwa in Teilen Nordbayerns
  • Grundstücke mit sehr tiefen Grundwasserquellen

Wie sich Arsen aus Trinkwasser entfernen lässt

Da Arsen sensorisch nicht wahrnehmbar ist und durch einfaches Abkochen nicht entfernt werden kann, sind gezielte Filtertechnologien notwendig:

  • Umkehrosmose: gilt als eine der zuverlässigsten Methoden, da eine feine Membran auch kleinste Arsenpartikel zurückhält
  • Adsorptionsfilter: enthalten Materialien wie Eisenhydroxid, die Arsen gezielt binden
  • Ionenaustauscher: kommen ergänzend zum Einsatz, um Arsen aus dem Wasser zu entfernen

Wer dauerhaft auf Brunnenwasser angewiesen ist, sollte eine professionelle Filterlösung als langfristige Investition betrachten, statt sich auf einmalige Maßnahmen zu verlassen.

Fazit

Arsen im Trinkwasser ist gefährlich, gerade weil es unsichtbar bleibt. Während zentrale Wasserversorgungen in Deutschland streng kontrolliert werden, tragen Besitzer privater Brunnenanlagen die Verantwortung für die eigene Wasserqualität selbst. Eine regelmäßige, professionelle Wasseranalyse ist der einzig zuverlässige Weg, um eine Arsenbelastung sicher auszuschließen  und angesichts der ab 2028 strenger werdenden Grenzwerte lohnt sich ein aktueller Blick auf die eigenen Werte umso mehr.

Zurück zum Blog